Brauchwasserwärmepumpe: Lohnt sich die Warmwasser-Wärmepumpe?

Von Vinay S · Aktualisiert am 17. Oktober 2026

Eine Brauchwasserwärmepumpe erwärmt Trinkwasser mit etwa einem Drittel des Stroms, den ein Elektroboiler braucht. Sie holt Wärme aus der Raumluft und gibt sie an einen Speicher ab. Für einen Haushalt mit 4 Personen spart sie rund 680 € Strom im Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aus 1 kWh Strom macht sie etwa 3 kWh Wärme. Ein Elektroboiler macht aus 1 kWh nur 1 kWh.
  • Bei 4 Personen und 0,30 € je kWh sparen Sie rund 680 € im Jahr.
  • Als Richtwert 2026 kostet die Anlage mit Einbau rund 3.100 bis 6.300 €.
  • Reine Warmwasser-Geräte sind oft nicht förderfähig. Prüfen Sie das vor dem Kauf.
  • Stellen Sie das Gerät in einen frostfreien Raum. Dort kühlt die Abluft den Raum etwas ab.

Brauchwasserwärmepumpe: So arbeitet das Gerät

Das Prinzip ist das eines Kühlschranks, nur rückwärts. Ein Ventilator saugt Raumluft an. Ein Wärmetauscher entzieht ihr Wärme. Ein Verdichter hebt diese Wärme auf ein höheres Temperaturniveau. Dann gibt er sie an das Wasser im Speicher ab.

Die Luft kommt kühler wieder heraus. Im Keller kühlt das den Raum etwas ab und entzieht ihm ein wenig Feuchte. Im Wohnbereich kann das stören. Deshalb stellt man das Gerät möglichst in einen Keller oder einen Hauswirtschaftsraum.

Je wärmer die Umgebungsluft ist, desto mehr Wärme holt das Gerät heraus. Im Winter arbeitet es im kalten Keller also weniger effizient als im Sommer. Der Speicher hält das Wasser aber auch dann warm.

Warmwasserbedarf in Liter und kWh umrechnen

Die Rechnung hat drei Schritte. Zuerst ermitteln Sie die Menge, dann die Temperaturdifferenz, dann die Energie.

  1. Menge: Als Richtwert brauchen Sie etwa 40 Liter Warmwasser pro Person und Tag bei 60 °C.
  2. Temperatur: Kaltes Wasser kommt mit etwa 10 °C aus der Leitung. Auf 60 °C sind das 50 Grad Unterschied.
  3. Energie: Für 1 Liter und 1 Grad braucht man 1,16 Wh. Liter × Grad × 1,16 = Wärme in Wh.

Ein Beispiel mit 4 Personen zeigt die Rechnung im Ganzen. Es sind 4 × 40 = 160 Liter am Tag. Dann rechnen Sie 160 × 50 × 1,16 = 9.280 Wh, also 9,3 kWh pro Tag. Im Jahr sind das 9,3 × 365 = 3.395 kWh Wärme.

Die Speicherverluste sind in dieser Rechnung nicht enthalten. Ein gut gedämmter Speicher verliert nur wenig, ein alter Speicher mehr.

Beispiel: Vier Personen, 160 Liter am Tag

Ein Elektroboiler braucht für 3.395 kWh Wärme genau 3.395 kWh Strom. Die Brauchwasserwärmepumpe braucht 3.395 ÷ 3 = 1.132 kWh Strom. Der Unterschied sind 2.263 kWh Strom im Jahr.

Gerät Stromverbrauch pro Jahr Kosten bei 0,30 € je kWh
Elektroboiler (1 kWh Strom = 1 kWh Wärme) 3.395 kWh rund 1.019 €
Brauchwasserwärmepumpe (1 kWh Strom = 3 kWh Wärme) 1.132 kWh rund 340 €

Die Ersparnis liegt bei 1.019 − 340 = 679 € pro Jahr. Bei 4.000 € Gesamtkosten ist das Gerät nach 4.000 ÷ 679 = 5,9 Jahren bezahlt, also nach rund 6 Jahren. Mit dem Rechner Stromkosten berechnen setzen Sie Ihren eigenen Strompreis und die Leistung Ihres Geräts ein.

Ersparnis für 1, 2 und 4 Personen

Die Ersparnis lässt sich mit einer einfachen Regel abschätzen. Der Boiler braucht den vollen Strom, die Wärmepumpe nur ein Drittel. Also gilt: Ersparnis = Boiler-Strom × Strompreis × 2 ÷ 3.

Haushalt Warmwasser pro Tag Wärme pro Jahr Ersparnis pro Jahr
1 Person 40 Liter, 2,3 kWh 847 kWh rund 170 €
2 Personen 80 Liter, 4,6 kWh 1.694 kWh rund 340 €
4 Personen 160 Liter, 9,3 kWh 3.395 kWh rund 680 €

Bei 1 Person ist die Ersparnis nur halb so groß wie bei 4 Personen. Der Preis der Anlage bleibt aber fast gleich. Deshalb lohnt sie sich bei mehr Personen früher.

Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe?

Die Anschaffung besteht aus dem Gerät und den Arbeiten am Aufstellort. Die folgenden Werte sind Richtwerte 2026 für ein Gerät mit 200 bis 300 Liter Speicher.

Posten Richtwert 2026
Gerät mit 200 bis 300 Liter Speicher 2.000 bis 4.000 €
Einbau, Anschlüsse, Kondensatablauf 800 bis 1.500 €
Elektroanschluss, falls neu 300 bis 800 €
Gesamt rund 3.100 bis 6.300 €

Die Preise sind regional unterschiedlich. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, damit Sie den Preis vergleichen können. Achten Sie auf die Angaben zu Speichergröße, Garantie und Wartung.

Für einen Vier-Personen-Haushalt reicht oft eine Brauchwasserwärmepumpe 200 Liter. Der Speicher muss den Tagesbedarf von 160 Liter bei 60 °C fassen. Bei hohem Bedarf oder Gästen ist eine größere Ausführung sinnvoll. Mit dem Rechner Warmwasserspeicher Größe berechnen prüfen Sie die passende Größe.

Wann sich die Wärmepumpe lohnt

  • Sie heizen Wasser derzeit mit Strom. Hier ist die Ersparnis am größten.
  • Der Warmwasserbedarf ist hoch. Mehr Personen verkürzen die Amortisation.
  • Sie haben eine Photovoltaikanlage. Das Gerät kann Mittagsstrom nutzen und das Wasser tagsüber aufheizen.
  • Der Aufstellraum ist geeignet. Er ist frostfrei, warm genug und hat Platz für den Speicher.

Wann sie sich weniger lohnt

  • Sie haben eine Gasheizung mit gutem Speicher. Der Unterschied bei den Betriebskosten ist kleiner. Ein Vergleich hilft: Wärmepumpe oder Gasheizung: Was ist günstiger?
  • Sie verbrauchen wenig Warmwasser. Eine Person mit geringem Bedarf spart nur rund 170 € im Jahr.
  • Sie planen eine Heizungs-Wärmepumpe. Sie kann das Warmwasser oft mit übernehmen. Dann ist ein zweites Gerät womöglich überflüssig.

So finden Sie in 5 Schritten heraus, ob es sich lohnt

  1. Heizart prüfen. Schauen Sie nach, ob das Wasser heute mit Strom, Gas oder über die Heizung warm wird.
  2. Personen zählen. Rechnen Sie 40 Liter je Person und Tag.
  3. Kosten rechnen. Liter × 50 × 1,16 ÷ 1.000 ergibt kWh pro Tag. Mal 365 ergibt kWh pro Jahr.
  4. Strompreis eintragen. Nehmen Sie den Preis aus Ihrer Stromrechnung.
  5. Angebote einholen. Vergleichen Sie Gerät, Einbau und Garantie.

Förderung

Reine Warmwasser-Wärmepumpen sind häufig nicht förderfähig. Prüfen Sie vor dem Kauf die aktuellen Bedingungen bei der KfW und beim BAFA. Kaufen Sie erst nach der Auskunft, denn rückwirkende Anträge sind meist nicht möglich.

Für die Brauchwasserwärmepumpe Förderung zählt deshalb der Verwendungszweck. Ein Gerät, das nur Warmwasser macht, fällt oft aus dem Programm. Ein Gerät, das Teil einer neuen Heizungsanlage ist, kann anders eingestuft werden. Fragen Sie das Ihren Fachbetrieb und die Förderstelle direkt.

Wartung und Lebensdauer

Die Geräte brauchen wenig Wartung. Prüfen Sie Filter und Kondensatablauf regelmäßig, wie es das Datenblatt beschreibt. Ein verstopfter Ablauf führt sonst zu Wasser im Aufstellraum.

Ein Verdichterschaden ist teuer. Achten Sie deshalb auf die Garantiedauer und die Bedingungen des Herstellers, bevor Sie kaufen.

Aufstellung im Keller

Gut geeignet ist ein Keller oder Hauswirtschaftsraum, der ganzjährig frostfrei ist. Das Gerät braucht Platz für den Luftstrom und für Wartungsarbeiten. Die Maße und Abstände nennt das Datenblatt des Herstellers.

Der Raum sollte nicht zu klein sein. Die Luft wird im Raum abgekühlt, und in einem kleinen Raum sinkt die Temperatur spürbar. Der Kondensatablauf muss erreichbar sein.

Tipps und häufige Fehler

  • Aufstellraum prüfen. Zu kleine Räume kühlen stark aus und bringen weniger Leistung.
  • Speichergröße anpassen. Zu große Speicher verlieren Wärme, zu kleine reichen für den Bedarf nicht.
  • Legionellen beachten. Das Wasser muss regelmäßig auf eine ausreichend hohe Temperatur kommen. Die Geräte bieten dafür Programme.
  • Lautstärke testen. Ventilator und Verdichter brummen. Stellen Sie das Gerät nicht neben das Schlafzimmer.
  • Elektrik vom Fachbetrieb prüfen lassen. Anschluss und Absicherung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Wasseranschluss und Sicherheitsgruppe macht ein Sanitär-Fachbetrieb.
  • Nur den Preis vergleichen. Die Betriebskosten über zehn Jahre zählen mehr als der Kaufpreis allein.

Weitere Hinweise zu den Gesamtkosten finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe Kosten 2026. Für den Vergleich mit einem Durchlauferhitzer hilft Durchlauferhitzer Kosten.

Häufige Fragen

Was kostet eine Brauchwasserwärmepumpe?

Als Richtwert 2026 kostet das Gerät mit Speicher von 200 bis 300 Liter etwa 2.000 bis 4.000 €. Mit Einbau und Anschlüssen liegt die Gesamtsumme meist bei rund 3.100 bis 6.300 €. Die Preise sind regional unterschiedlich.

Wie funktioniert eine Brauchwasserwärmepumpe?

Ein Ventilator saugt Raumluft an und entzieht ihr Wärme über einen Wärmetauscher. Ein Verdichter hebt diese Wärme auf ein höheres Temperaturniveau und gibt sie an das Wasser im Speicher ab. Aus 1 kWh Strom entstehen so etwa 3 kWh Wärme.

Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Ja, wenn Sie Warmwasser heute mit Strom erzeugen und mehrere Personen wohnen. Bei 4 Personen und 0,30 € je kWh Strom spart sie rund 680 € im Jahr gegenüber einem Elektroboiler. Bei einer Gasheizung mit gutem Speicher fällt der Vorteil deutlich kleiner aus.

Gibt es eine Förderung für die Warmwasserwärmepumpe?

Reine Warmwasser-Wärmepumpen sind häufig nicht förderfähig. Förderprogramme beziehen sich meist auf Heizungs-Wärmepumpen. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen bei der KfW und beim BAFA, bevor Sie kaufen.

Wie viel Strom spart sie gegenüber einem Elektroboiler?

Gegenüber einem Elektroboiler spart sie rund zwei Drittel des Stroms für Warmwasser. Bei 3.395 kWh Wärme im Jahr braucht der Boiler 3.395 kWh Strom, die Wärmepumpe nur 1.132 kWh. Das sind 2.263 kWh weniger.

Wo kann man sie aufstellen?

Gut geeignet ist ein Keller oder Hauswirtschaftsraum, der ganzjährig frostfrei und nicht zu klein ist. Die Geräte kühlen die Raumluft ab und brauchen Platz, einen Kondensatablauf.