Notstrom PV Anlage: Generator oder Batteriespeicher

Von Vinay S · Aktualisiert am 17. Oktober 2026

Ein großer weißer Stromerzeuger neben Wechselrichtern an der Wand
Foto: Sergio Martins auf Unsplash

Notstrom PV Anlage: was möglich ist

Eine Notstrom PV Anlage funktioniert nur, wenn sie dafür gebaut ist. Die meisten Wechselrichter schalten bei einem Netzausfall ab, damit Monteure im Netz sicher arbeiten können. Mit einem Batteriespeicher mit Notstromfunktion versorgt die Anlage Ihr Haus weiter. Ein Generator ist die Alternative: Er läuft, solange Kraftstoff im Tank ist.

Ein Beispiel: Ein Speicher mit 10 kWh nutzbarer Kapazität versorgt eine Grundlast von 500 W etwa 10.000 ÷ 500 = 20 Stunden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne Batteriespeicher oder Generator liefert eine normale PV-Anlage bei Stromausfall keinen Strom.
  • Als Grundlast für wichtige Geräte rechnen Sie etwa 500 W.
  • Ein Speicher mit 10 kWh hält dann rund 20 Stunden.
  • Ein Generator braucht Kraftstoff, etwa 1 bis 2 Liter je Stunde bei kleiner Last.
  • Umschaltung und Anschluss macht immer eine Elektrofachkraft.

Was ein Haus im Notfall wirklich braucht

Planen Sie nicht für das ganze Haus, sondern für die wichtigen Geräte.

Gerät Richtwert Leistung
Kühlschrank 100 W mit Reserve
Gefrierschrank 100 W mit Reserve
Heizungspumpe und Regelung 60 W
Beleuchtung (LED) 100 W
Router, Handy, Radio 50 W
Summe Grundlast 410 W

Das sind Richtwerte mit Reserve, Ihre Geräte können abweichen. Kühl- und Gefriergeräte laufen nicht dauernd. Im Mittel brauchen moderne Geräte oft deutlich weniger, beim Anlaufen kurz deutlich mehr. Rechnen Sie mit etwa 500 W Grundlast. Backofen, Herd, Durchlauferhitzer und Wärmepumpe brauchen viel mehr und sind im Notbetrieb meist abgeschaltet.

Batteriespeicher im Notstrom

Ein Speicher mit Notstromfunktion schaltet bei Netzausfall um und versorgt ausgewählte Stromkreise. Mit Sonne am Tag lädt die Photovoltaikanlage den Speicher nach.

Rechenbeispiel:

  • Nutzbare Kapazität: 10 kWh, also 10.000 Wh
  • Grundlast: 500 W
  • Laufzeit ohne Sonne: 10.000 ÷ 500 = 20 Stunden, wegen Umwandlungsverlusten im Wechselrichter in der Praxis etwas weniger
  • Liefert die Anlage tagsüber 400 W, muss der Speicher nur noch 500 − 400 = 100 W decken und hält in dieser Zeit deutlich länger

Im Winter ist der Ertrag der Anlage klein. Planen Sie darum nicht mit Dauerbetrieb allein über Photovoltaik. Die passende Speichergröße finden Sie im Rechner Solarspeicher-Größe.

Laufzeit nach Speichergröße

Die Tabelle rechnet mit der nutzbaren Kapazität und ohne Sonne. Die tatsächliche nutzbare Kapazität liegt meist etwas unter der Nennkapazität.

Nutzbare Kapazität Grundlast 500 W Grundlast 1.000 W
5 kWh 10 Stunden 5 Stunden
10 kWh 20 Stunden 10 Stunden
15 kWh 30 Stunden 15 Stunden

Ein Notstrom Batteriespeicher hilft vor allem bei kurzen Ausfällen. Bei Stromausfällen über einen ganzen Tag zählt zusätzlich der Ertrag der Anlage. Die Ladung hängt stark vom Wetter ab. An einem klaren Sommertag kann ein Speicher am Vormittag schon weit gefüllt sein. Im Dezember bringt dieselbe Anlage oft nur einen Bruchteil. Bauen Sie die Notstromzeit deshalb nie allein auf Sonne auf.

Generator im Notstrom

Ein Stromerzeuger liefert Leistung, solange er Kraftstoff hat. Er braucht keine Sonne.

Rechenbeispiel:

  • Gerät mit 5 kW Dauerleistung
  • Grundlast 500 W, dazu die Heizungsumwälzpumpe beim Anlaufen
  • Ein Benzinaggregat dieser Klasse verbraucht bei kleiner Last als Richtwert etwa 1 bis 2 Liter pro Stunde
  • Bei 12 Stunden Betrieb sind das etwa 12 bis 24 Liter

Die Leistung des Geräts bestimmt, was Sie anschließen können. Wie Sie sie bestimmen, zeigt der Rechner Stromerzeuger-Leistung berechnen.

PV Anlage Notstrom nachrüsten: die Schritte

Viele Anlagen lassen sich nachrüsten. Die Reihenfolge entscheidet, ob es am Ende funktioniert.

  1. Wechselrichter prüfen. Hat er einen Notstromausgang oder eine Ersatzstrom-Steckdose? Das steht im Datenblatt.
  2. Grundlast festlegen. Schreiben Sie die Geräte auf, die bei Ausfall laufen sollen, und addieren Sie ihre Leistung.
  3. Speicher wählen. Teilen Sie die gewünschte Laufzeit durch die Grundlast. Bei 10 Stunden und 500 W brauchen Sie 5 kWh nutzbar.
  4. Umschaltung planen. Eine Elektrofachkraft legt fest, welche Stromkreise auf das Notstromnetz gehen.
  5. Netzbetreiber informieren. Viele Netzbetreiber verlangen eine Anmeldung der Änderung.
  6. Probelauf machen. Lassen Sie die Umschaltung einmal mit dem Installateur testen.

Der Fachbetrieb prüft außerdem, ob der Wechselrichter den Speicher mit der Anlage verträgt. Eine nachträgliche Umrüstung ist bei manchen Modellen teurer als ein neuer Wechselrichter.

Kosten im Vergleich

Lösung Richtwert 2026
Stromerzeuger 5 bis 8 kW 1.000 bis 3.000 €
Einspeisedose oder Umschalter, eingebaut 300 bis 1.000 €
Batteriespeicher 10 kWh 6.000 bis 10.000 €
Notstromfunktion, Zusatzgerät 500 bis 2.000 €

Das sind Richtwerte 2026, regional unterschiedlich. Ein Speicher hat außerdem einen Nutzen im Alltag, weil er den Eigenverbrauch erhöht. Ein Generator steht die meiste Zeit still. Mehr zu Preisen im Rechner Notstromaggregat fürs Haus.

Wie viel Strom Ihre Anlage im Jahr liefert und wann sich der Aufwand rechnet, zeigt der Photovoltaik Rechner. Die Rechnung dazu steht im Ratgeber Photovoltaik Amortisation.

Vor- und Nachteile

Batteriespeicher Generator
Lautstärke leise laut
Abgase keine Kohlenmonoxid, nur im Freien
Laufzeit begrenzt durch die Kapazität solange Kraftstoff reicht
Nutzen im Alltag höherer Eigenverbrauch keiner
Wartung gering Kraftstoff, Probelauf, Öl

Viele Haushalte kombinieren beides: Der Speicher überbrückt kurze Ausfälle, ein Generator liefert bei langen Ausfällen zusätzlich Leistung. Wer nur selten einen Ausfall erlebt, kommt meist mit dem Speicher allein aus. Wer in einer Region mit häufigen Ausfällen wohnt, rechnet den Generator fest mit ein.

Fragen an den Fachbetrieb vor dem Kauf

Ein gutes Angebot beantwortet diese Fragen schriftlich. Nehmen Sie die Liste zum Termin mit.

  • Läuft die Anlage bei Netzausfall im Inselbetrieb, und welche Stromkreise sind dann versorgt?
  • Wie lange hält der Speicher mit meiner Grundlast, bei Sonne und ohne Sonne?
  • Ist der Wechselrichter mit dem gewählten Speicher kompatibel?
  • Wie schaltet die Anlage um, und wie lange dauert die Umschaltung?
  • Wer meldet die Änderung beim Netzbetreiber an?
  • Welche Garantie gibt der Hersteller auf den Speicher, und nach wie vielen Zyklen?

Die Antworten zeigen, ob die Anlage zu Ihrem Haus passt. Ein Speicher mit schöner Kapazität nützt wenig, wenn der Wechselrichter nur die Hälfte davon weitergibt.

Sicherheit und Anschluss

  • Elektrofachkraft. Umschalter und Einspeisedose bauen nur Fachleute ein.
  • Netztrennung. Der Generator darf nicht ins öffentliche Netz speisen. Die Umschaltung muss das Haus sicher vom Netz trennen.
  • Schutzmaßnahmen. Erdung und Fehlerstrom-Schutz im Notbetrieb plant die Elektrofachkraft. Notstromsysteme am Hausnetz sind in der Regel beim Netzbetreiber anzumelden.
  • Empfindliche Geräte. Heizungsregelungen vertragen nicht jeden Generator. Fragen Sie den Heizungshersteller, ob ein Inverter-Aggregat nötig ist.
  • Kohlenmonoxid. Betreiben Sie den Generator nur im Freien.
  • Kraftstoff. Lagern Sie ihn nur in zugelassenen Behältern.
  • Probelauf. Testen Sie Anlage und Aggregat mehrmals im Jahr.

Tipps und häufige Fehler

  1. Grundlast nicht aufschreiben. Notieren Sie die Geräte, die laufen sollen.
  2. Anlaufstrom vergessen. Pumpen und Kühlgeräte brauchen beim Start kurz ein Mehrfaches.
  3. Notstromfunktion nicht prüfen. Fragen Sie den Hersteller, ob die Anlage im Inselbetrieb läuft.
  4. Heizung vergessen. Auch Gasheizungen brauchen Strom für Pumpe und Regelung.
  5. Nur auf den Speicher schauen. Ein Speicher mit 10 kWh hilft wenig, wenn der Wechselrichter die Leistung nicht liefert.

Häufige Fragen

Kann eine PV-Anlage bei Stromausfall Strom liefern?

Nicht automatisch. Aus Sicherheitsgründen schalten die meisten Wechselrichter bei Netzausfall ab. Für Notstrom brauchen Sie eine Anlage mit Ersatzstrom- oder Inselfunktion, meist zusammen mit einem Batteriespeicher und einer Umschalteinrichtung.

Wie lange reicht ein Batteriespeicher im Notstrom?

Teilen Sie die nutzbare Kapazität durch die Leistung der angeschlossenen Geräte. Bei 10 kWh nutzbar und 500 W Grundlast sind das 20 Stunden. Mit Solarstrom am Tag kann die Zeit länger werden.

Was kostet Notstrom für Photovoltaik?

Ein Batteriespeicher mit 10 kWh kostet als Richtwert 2026 etwa 6.000 bis 10.000 €. Die Umschalttechnik kommt mit 300 bis 1.000 € dazu. Ein Stromerzeuger mit 5 bis 8 kW liegt bei 1.000 bis 3.000 €, je nach Hersteller und Ausstattung.

Brauche ich einen Umschalter für Notstrom bei PV?

Ja, in der Regel. Die Umschaltung trennt das Haus vom öffentlichen Netz. Ohne sichere Trennung darf keine Leistung ins Netz fließen, sonst droht Gefahr für Monteure. Eine Elektrofachkraft baut Umschalter oder Einspeisedose ein.

Darf ich einen Generator einfach an die Steckdose anschließen?

Nein. Ein Generator darf nicht ohne Trennung vom öffentlichen Netz ins Hausnetz einspeisen. Dafür gibt es Umschalter oder Einspeisedosen, die eine Elektrofachkraft einbaut. Eine falsche Verbindung ist lebensgefährlich.

Wo darf ich einen Generator betreiben?

Nur im Freien mit ausreichendem Abstand zu Fenstern und Türen. Die Abgase enthalten Kohlenmonoxid, das geruchlos und giftig ist. Betreiben Sie das Gerät nie in Keller, Garage oder Wohnung.