PV-Speicher Größe berechnen – Rechner für kWh

PV-Speicher Größe berechnen: Bei 4.000 kWh Jahresverbrauch und 50 % Abendanteil reichen 6,5 kWh Nennkapazität. Formel, Beispiele und Kosten je kWh.

Empfohlene Speichergröße6,5 kWh
Tagesverbrauch11 kWh
Nutzbare Kapazität nötig5,5 kWh
Faustformel (1 kWh je 1.000 kWh)4 kWh
Kosten Speicher5.200 €

PV-Speicher Größe berechnen Sie aus dem Strom, den Sie am Abend und in der Nacht brauchen. Bei 4.000 kWh Jahresverbrauch und 50 % Abendanteil reicht ein Speicher mit 6,5 kWh Nennkapazität.

Die Formel lautet: Jahresverbrauch ÷ 365 × Abendanteil ÷ Entladetiefe. Der Rechner oben macht genau diese Schritte und zeigt die empfohlene Größe, den Tagesverbrauch, die nutzbare Kapazität und die Kosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Faustformel lautet 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Sie ist nur ein grober Start.
  • Genauer ist der Strom am Abend und in der Nacht, weil nur er aus dem Speicher kommt.
  • Bei 4.000 kWh und 50 % Abendanteil ergeben sich 6,5 kWh Nennkapazität.
  • Bei 90 % Entladetiefe brauchen Sie mehr Nennkapazität als nutzbare Kapazität.
  • Richtwert 2026: 500 bis 1.000 € je kWh Speicher, installiert.

PV-Speicher Größe berechnen in vier Schritten

Die Rechnung braucht nur vier Zahlen. Sie finden die ersten beiden auf Ihrer Stromrechnung.

  1. Jahresverbrauch ablesen: 4.000 kWh.
  2. Tagesverbrauch berechnen: 4.000 ÷ 365 = 10,96 kWh am Tag.
  3. Abendanteil nehmen: 10,96 × 0,5 = 5,48 kWh am Abend und in der Nacht.
  4. Nennkapazität berechnen: 5,48 ÷ 0,9 = 6,09 kWh, aufgerundet auf 0,5 kWh ergibt das 6,5 kWh.

Der Schritt Aufrunden ist wichtig. Ein Speicher gibt es nur in festen Größen, und eine zu knappe Größe deckt den Abend nicht ganz ab.

Solarspeicher Größe berechnen: Wann die Faustformel reicht

Die Faustformel ist schnell. Für die PV Speicher Größe berechnen Sie besser den Abendanteil, denn er entscheidet, wie viel der Speicher wirklich deckt.

Die Formel

Nenngröße = Jahresverbrauch ÷ 365 × Abendanteil ÷ Entladetiefe

  • Jahresverbrauch: steht auf Ihrer Stromrechnung.
  • Abendanteil: der Teil des Stroms, der nicht tagsüber anfällt. Ein Haushalt, in dem tagsüber niemand ist, liegt oft bei 60 % oder mehr.
  • Entladetiefe: der nutzbare Teil der Batterie, meist 80 bis 100 %.

Rechenbeispiele

Paar, tagsüber berufstätig: 3.000 kWh, 60 % Abendanteil

  • Tagesverbrauch: 3.000 ÷ 365 = 8,2 kWh
  • Abends und nachts: 8,2 × 0,6 = 4,9 kWh
  • Nenngröße bei 90 %: 4,9 ÷ 0,9 = 5,5 kWh
  • Kosten bei 800 € je kWh: 4.400 €

Familie mit Haus: 4.000 kWh, 50 % Abendanteil

  • Tagesverbrauch: 4.000 ÷ 365 = 11,0 kWh
  • Abends und nachts: 11,0 × 0,5 = 5,5 kWh
  • Nenngröße: 5,5 ÷ 0,9 = 6,1, aufgerundet 6,5 kWh
  • Kosten: 6,5 × 800 = 5.200 €

Familie mit Wärmepumpe und E-Auto: 8.000 kWh, 50 % Abendanteil

  • Tagesverbrauch: 8.000 ÷ 365 = 21,9 kWh
  • Abends und nachts: 21,9 × 0,5 = 11,0 kWh
  • Nenngröße: 11,0 ÷ 0,9 = 12,2, aufgerundet 12,5 kWh
  • Kosten: 12,5 × 800 = 10.000 €

Der Verbrauch einer Wärmepumpe oder eines E-Autos steckt oft nicht in der Vorjahresrechnung. Rechnen Sie ihn dazu, bevor Sie die Größe festlegen.

Wann ein größerer Speicher sinnvoll ist

Ein größerer Speicher lohnt sich, wenn er an den meisten Tagen voll wird. Dafür muss die Anlage tagsüber genug Überschuss liefern. Ein Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto hat oft einen hohen Abendbedarf, deshalb passt dort eine größere Batterie besser.

Ist der Speicher dagegen selten voll, zahlen Sie für Kapazität, die nie genutzt wird. Eine 12,5-kWh-Batterie an einem Haushalt mit 3.000 kWh Verbrauch wäre ein Beispiel dafür. Der Rechner zeigt die Größe, die zu Ihrem Abendbedarf passt, nicht die größte, die sich verkaufen lässt.

Warum die Faustformel zu klein sein kann

Die Faustformel sagt bei 4.000 kWh: 4 kWh Speicher. Der Rechner sagt 6,5 kWh. Der Unterschied kommt vom Abendanteil. Bei 4.000 kWh fallen rechnerisch 5,48 kWh am Abend an. Ein 4-kWh-Speicher nutzbar mit 90 % deckt davon nur 3,6 kWh. Die restlichen 1,88 kWh kommen aus dem Netz.

Ein größerer Speicher deckt also mehr vom Abendstrom. Er kostet aber mehr. Deshalb ist der richtige Wert ein Abwägen zwischen Eigenverbrauch und Preis.

Der Speicher muss tagsüber voll werden

Ein Speicher hilft nur, wenn die Anlage tagsüber mehr Strom erzeugt, als das Haus gerade braucht. Der Überschuss füllt den Speicher, am Abend wird er geleert.

Eine 8-kWp-Anlage erzeugt im Schnitt 7.600 ÷ 365 = 20,8 kWh am Tag. Im Sommer ist es deutlich mehr, im Winter deutlich weniger. An sonnigen Sommertagen ist ein Speicher von 6,5 kWh schnell voll. An trüben Wintertagen bleibt er oft leer, egal wie groß er ist.

Speichergrößen im Vergleich

Jahresverbrauch Faustformel (1 kWh je 1.000 kWh) Rechner (50 % Abendanteil)
3.000 kWh 3 kWh 5,0 kWh
4.000 kWh 4 kWh 6,5 kWh
6.000 kWh 6 kWh 9,5 kWh

Der Rechner liegt höher als die Faustformel. Der Grund: Er deckt den gesamten Abendverbrauch ab. Ein kleinerer Speicher ist günstiger, deckt aber weniger davon ab.

Was ein Speicher im Jahr bringt

Der Speicher spart nur den Strom, den er am Abend tatsächlich liefert. Eine Obergrenze zeigt das Prinzip:

  • Nutzbare Kapazität: 6,5 kWh × 0,9 = 5,85 kWh am Tag
  • Pro Jahr, wenn jeden Tag voll geladen und entladen: 5,85 × 365 = 2.135 kWh
  • Ersparnis bei 0,35 € je kWh: 2.135 × 0,35 = 747 € im Jahr

Das ist eine theoretische Obergrenze. Im Winter und an trüben Tagen bleibt der Speicher leer. Die echte Ersparnis liegt deshalb darunter. Sie hängt vom Ertrag der Anlage ab, nicht nur von der Größe des Speichers.

Checkliste vor dem Kauf

Bevor Sie den Speicher bestellen, klären Sie diese Punkte:

  • Verbrauch: Jahreswert aus der Stromrechnung und der Abendanteil.
  • Zukunft: Kommen eine Wärmepumpe, ein E-Auto oder mehr Personen dazu?
  • Anlage: Passt der Ertrag der Photovoltaik zur Größe des Speichers?
  • Datenblatt: Nennkapazität, nutzbare Kapazität und Garantie.
  • Notstrom: Liefert der Speicher bei Netzausfall Strom, und wenn ja, wie viel?

Richtwerte für die Kosten

Speichergröße Richtwert 2026 bei 500 € je kWh Richtwert 2026 bei 1.000 € je kWh
5 kWh 2.500 € 5.000 €
6,5 kWh 3.250 € 6.500 €
10 kWh 5.000 € 10.000 €

Das sind Richtwerte, installiert. Die Preise schwanken je nach Hersteller, Leistung und Aufwand am Zählerschrank. Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie den Preis je kWh nutzbarer Kapazität.

Nennkapazität und Entladetiefe

Die Nennkapazität steht auf dem Typenschild. Die nutzbare Kapazität ist kleiner, weil die Batterie nie ganz leer gefahren wird. Bei 90 % Entladetiefe liefert ein Speicher mit 10 kWh Nennkapazität 9 kWh nutzbaren Strom.

Für die Rechnung im Rechner zählt die nutzbare Größe. Deshalb teilen Sie den Abendbedarf durch die Entladetiefe, um die Nennkapazität zu bekommen.

Was den Speicher begrenzt

  • Photovoltaik-Ertrag: Der Speicher muss tagsüber voll werden. Die Größe der Anlage berechnen Sie mit dem Photovoltaik Rechner.
  • Ausrichtung: Module nach Südosten oder Südwesten verlängern die Zeit, in der Strom entsteht. Mehr dazu unter Solarmodul Ausrichtung.
  • Wirtschaftlichkeit: Jede zusätzliche kWh Speicher kostet Geld. Sie spart nur so viel Strom, wie Sie auch abends verbrauchen.

Ob sich der Speicher über die Jahre rechnet, zeigt der Ratgeber Photovoltaik Amortisation. Dort steht ein Beispiel mit und ohne Speicher.

Tipps und typische Fehler

  • Nennkapazität und nutzbare Kapazität trennen. Das Datenblatt nennt beide Werte.
  • Verbrauch realistisch ansetzen. Eine Wärmepumpe oder ein E-Auto ändert den Verbrauch stark.
  • Angebote vergleichen. Preise je kWh unterscheiden sich je nach Hersteller und Installation.
  • Notstrom prüfen. Nicht jeder Speicher liefert bei Netzausfall Strom. Fragen Sie danach, wenn Sie das wollen. Mehr dazu im Ratgeber Notstrom mit Photovoltaik.

Planung, Anschluss und Anmeldung des Speichers beim Netzbetreiber übernimmt eine Elektrofachkraft.

Häufige Fragen

PV Speicher wie groß sollte er sein?

Die Größe richtet sich nach dem Verbrauch am Abend und in der Nacht. Bei 4.000 kWh Jahresverbrauch und 50 % Abendanteil sind es 6,5 kWh Nennkapazität. Dafür rechnen Sie Jahresverbrauch ÷ 365 × Abendanteil ÷ Entladetiefe.

Wie viel kWh Speicher passt zu 4.000 kWh Jahresverbrauch?

Bei 50 % Abendanteil und 90 % Entladetiefe passen 6,5 kWh. Bei 60 % Abendanteil sind es 7,5 kWh. Der Rechner oben zeigt Ihren Wert, wenn Sie den Abendanteil eintragen.

Reicht eine Faustformel für die Speichergröße?

Die Faustformel 1 kWh je 1.000 kWh Verbrauch ist ein grober Start. Bei 4.000 kWh ergibt sie 4 kWh, der Rechner mit 50 % Abendanteil kommt auf 6,5 kWh. Für eine Entscheidung zählt Ihr Abendverbrauch mehr als die Faustformel.

Was kostet ein Batteriespeicher?

Das hängt stark von Hersteller, Größe und Installation ab. Als grober Richtwert liegen Heimspeicher bei etwa 500 bis 1.000 € je kWh Nennkapazität, installiert, und die Preise sind zuletzt gesunken. Der Rechner setzt 800 € an. Für 6,5 kWh sind das 5.200 €.

Was bedeutet Entladetiefe?

Die Entladetiefe nennt den Anteil der Nennkapazität, den Sie wirklich nutzen können. Bei 90 % liefert ein Speicher mit 10 kWh Nennkapazität 9 kWh nutzbaren Strom. Den Wert nennt das Datenblatt des Herstellers.

Alle Ergebnisse sind Schätzungen. Mengen und Preise vor dem Kauf mit dem Händler oder Fachbetrieb abgleichen.