Zisternengröße berechnen: Regenwasser Rechner für Ihr Haus

Zisternengröße berechnen: 120 m² Dach und 700 mm Regen liefern rund 60.480 Liter im Jahr. Eine Zisterne mit etwa 3.700 Litern passt. Mit Rechner.

Regenwasser-Ertrag pro Jahr60.480 l
Ertrag in Kubikmetern60,5 m³
Jahresbedarf73.000 l
Empfohlene Zisternengröße3.700 l
Deckung des Bedarfs83 %

Die Zisternengröße berechnen Sie aus zwei Zahlen: dem Regen, den Ihr Dach liefert, und dem Wasser, das Sie verbrauchen. Bei 120 m² Dach und 700 mm Regen fallen rund 60.480 Liter im Jahr an. Eine Zisterne mit etwa 3.700 Litern passt zu diesem Ertrag.

Eine Zisterne berechnen Sie vor dem Kauf, nicht danach. Der Zisternenrechner oben nimmt Dachgrundfläche, Jahresniederschlag, Dachart, Filterwirkungsgrad und Ihren täglichen Verbrauch. Er zeigt den Ertrag, den Bedarf und die empfohlene Größe.

Das Wichtigste in Kürze

  • 1 mm Regen auf 1 m² ergibt 1 Liter Wasser.
  • Ertrag pro Jahr: Dachgrundfläche × Niederschlag × Abflussbeiwert × 0,9 Filter.
  • Abflussbeiwerte als Richtwerte: Ziegeldach 0,8, Kiesdach 0,6, Gründach 0,3.
  • Faustregel im Rechner: 6 % des kleineren Werts aus Ertrag und Bedarf.
  • 200 Liter am Tag ergeben 73.000 Liter im Jahr.

Zisternengröße berechnen in einem Schritt

Die Zisterne ist ein Speicher für Regen, der vom Dach kommt. Sie füllt sich, wenn es regnet, und leert sich, wenn Sie Wasser entnehmen. Die Größe richtet sich danach, wie viel Wasser Sie in einer trockenen Phase überbrücken wollen.

Der Ertrag ist die Menge, die Sie im Jahr sammeln können. Der Bedarf ist die Menge, die Sie im Jahr brauchen. Die Zisterne muss so groß sein, dass sie vom einen zum anderen passt.

Die Schale auf dem Dach

Stellen Sie sich eine Schale von einem Quadratmeter vor, die unter freiem Himmel steht. Regnet es einen Millimeter, steht darin genau ein Liter Wasser. Regnet es 700 Millimeter im Jahr, sammelt die Schale 700 Liter.

Ihr Dach ist diese Schale, nur größer. Bei 120 m² Dachgrundfläche sind es 120 Schalen. Das ergibt 120 × 700 = 84.000 Liter, bevor Verluste abgehen.

Die Rechnung Schritt für Schritt

  1. Regen auf dem Dach: 120 × 700 = 84.000 Liter
  2. Verluste abziehen: 84.000 × 0,8 × 0,9 = 60.480 Liter im Jahr
  3. Bedarf berechnen: 200 Liter × 365 Tage = 73.000 Liter im Jahr
  4. Den kleineren Wert nehmen: 60.480 Liter
  5. Speicher bestimmen: 60.480 × 0,06 = 3.629 Liter, gewählt wird 3.700 Liter

Schritt 2 hat zwei Verluste. Der Abflussbeiwert 0,8 sagt, dass ein Fünftel des Regens auf dem Dach bleibt oder verdunstet. Der Filter mit 0,9 hält etwa ein Zehntel zurück, etwa durch Laub und Schmutz im Fallrohr.

Zisterne wie groß muss sie sein

Die Faustregel nimmt 6 % des kleineren Werts. Das entspricht rund 22 Tagen Jahresbedarf, im Mittel gerechnet. Bei 3.700 Litern und 200 Litern am Tag reicht der Vorrat also etwa 18 Tage ohne Regen.

Wichtig ist die Logik dahinter. Ein größerer Speicher fängt nicht mehr Regen, er hält nur länger durch. Ist der Speicher zu klein, läuft das Regenwasser bei Starkregen über den Überlauf ab. Ist er zu groß, steht das Wasser lange und Sie zahlen für Volumen, das selten voll wird.

Abflussbeiwerte nach Dachart

Dachart Abflussbeiwert
Schrägdach mit Ziegeln oder Betonsteinen 0,8
Flachdach mit Kiesauflage 0,6
Gründach 0,3

Das sind Richtwerte. Ein dünnes extensives Gründach lässt oft mehr ablaufen als 0,3, ein dickes intensives eher weniger. Glatte Metalldächer liegen etwas höher, raue Oberflächen niedriger.

Dachgrundfläche messen

Die Dachgrundfläche ist die Fläche von oben gesehen. Sie ist kleiner als die Fläche der geneigten Dachhaut. Ein Beispiel zeigt den Unterschied: Ein Satteldach hat 150 m² Dachhaut bei 35 Grad Neigung. Die Grundfläche ist 150 × cos 35° = 150 × 0,819 = 122,9 m².

Für die Rechnung nehmen Sie also rund 123 m² und nicht 150 m². Messen Sie bis zur äußeren Kante der Dachrinne. Ein Dachüberstand gehört dazu, weil das Wasser von ihm in die Rinne läuft.

Zisterne welche Größe passt zu welchem Haus

Die folgende Tabelle zeigt typische Fälle mit 200 Litern Bedarf am Tag und einem Abflussbeiwert von 0,8.

Dachgrundfläche Jahresertrag bei 700 mm Empfohlene Zisterne
80 m² 40.320 Liter 2.500 Liter
120 m² 60.480 Liter 3.700 Liter
160 m² 80.640 Liter 4.400 Liter

Bei 160 m² ist der Bedarf mit 73.000 Litern kleiner als der Ertrag, deshalb zählt er. Die Werte sind gerundet, der Rechner zeigt Ihren genauen Wert. Die Tabelle bezieht sich auf ein Ziegeldach. Bei einem Kiesdach fällt der Ertrag um ein Viertel niedriger aus.

Rechenbeispiele

Einfamilienhaus mit Ziegeldach: 120 m², 700 mm Regen, 200 Liter pro Tag

  • Ertrag: 120 × 700 × 0,8 × 0,9 = 60.480 Liter
  • Bedarf: 200 × 365 = 73.000 Liter
  • Deckung: 60.480 ÷ 73.000 = 83 %
  • Zisterne: 6 % von 60.480 ≈ 3.629, gewählt 3.700 Liter

Doppelhaushälfte mit Kiesdach: 80 m², 800 mm Regen, 150 Liter pro Tag

  • Ertrag: 80 × 800 × 0,6 × 0,9 = 34.560 Liter
  • Bedarf: 150 × 365 = 54.750 Liter
  • Zisterne: 6 % von 34.560 ≈ 2.074, gewählt 2.100 Liter

Gartenhaus mit Gründach: 80 m², 700 mm Regen, 200 Liter pro Tag

  • Ertrag: 80 × 700 × 0,3 × 0,9 = 15.120 Liter
  • Zisterne: 6 % von 15.120 ≈ 907, gewählt 1.000 Liter

Wie viel Wasser brauchen Sie?

Der Bedarf ist der unsichere Teil der Rechnung. Schätzen Sie ihn nach Verwendung:

  • Garten: im Sommer je nach Fläche und Wetter mehrere hundert Liter pro Woche, im Winter fast nichts.
  • Toilette: heutige Spülkästen nutzen meist 3 bis 6 Liter pro Spülgang. Die Zahl der Spülungen am Tag bestimmt den Verbrauch.
  • Waschmaschine: pro Waschgang einige Dutzend Liter.

Geben Sie im Rechner den Durchschnitt über das ganze Jahr ein. Ein Sommerwert mit Gartenbewässerung ist zu hoch für das ganze Jahr.

Speicher aufstellen

Eine Zisterne steht meist unterirdisch im Garten oder oberirdisch am Haus. Unterirdisch bleibt das Wasser kühl und dunkel, Algen wachsen dort kaum. Der Einbau braucht aber einen Bagger und eine Planung für Zugang und Leitungen.

Im Grundwasser kann ein leerer Behälter aufschwimmen. Bei hohem Grundwasserstand lassen Sie den Einbau vom Fachbetrieb planen und den Behälter sichern. Oberirdische Tanks brauchen im Winter Frostschutz, sonst frieren Leitungen und Pumpe.

Planen Sie für 3.700 Liter genug Platz für Wartung, Filter und Pumpe. Ein Behälter, den Sie nicht erreichen, wird nicht gereinigt, und dann verschlechtert sich das Wasser.

Tipps und typische Fehler

  • Geneigte Dachfläche statt Grundfläche. Das überschätzt den Ertrag. Nehmen Sie die Fläche von oben.
  • Zu große Zisterne. Sie wird selten voll, kostet mehr und das Wasser steht länger.
  • Überlauf vergessen. Bei Starkregen muss das Wasser kontrolliert in den Kanal oder in eine Versickerung laufen.
  • Vorgaben der Behörden. Eine Regenwassernutzung im Haus ist vielerorts dem Gesundheitsamt anzuzeigen, oft auch dem Wasserversorger. Fragen Sie vor dem Einbau nach.
  • Trinkwasser schützen. Die Regenwasserleitung darf nie mit der Trinkwasserleitung verbunden werden. Die Nachspeisung mit Trinkwasser braucht eine sichere Trennung. Lassen Sie die Installation im Haus von einem Sanitär-Fachbetrieb ausführen.

Anlage und Norm

Für die Planung einer Regenwassernutzungsanlage gilt in Deutschland die Normenreihe DIN 1989. Sie regelt Filter, Speicher, Überlauf und die Trennung vom Trinkwassernetz. Ein Fachbetrieb kennt diese Anforderungen und Ihre örtlichen Vorgaben. Der Rechner ersetzt diese Planung nicht. Bei einem Angebot fragen Sie nach Größe, Material und Überlauf. Er zeigt die Größenordnung, die Sie vor dem Angebot kennen sollten.

Den Querschnitt der Dachrinne und des Fallrohrs prüfen Sie mit dem Rechner Dachrinne Größe berechnen. Wie schnell das Wasser in der Leitung fließt, zeigt der Rechner Volumenstrom berechnen. Die Leitung vom Speicher zum Haus dimensionieren Sie mit dem Rechner Rohr Volumen berechnen. Das richtige Gefälle berechnen sorgt dafür, dass das Wasser ohne Stau abläuft.

Häufige Fragen

Welche Zisternengröße brauche ich für mein Haus?

Vergleichen Sie den Jahresertrag Ihres Dachs mit dem Jahresbedarf. Als Faustregel nehmen Sie 6 % des kleineren Wertes. Bei 60.480 Litern Ertrag und 73.000 Litern Bedarf sind das rund 3.629 Liter, gewählt wird etwa 3.700 Liter.

Wie viel Regenwasser fällt pro m² Dachfläche?

Ein Millimeter Regen auf einem Quadratmeter ergibt einen Liter. Bei 700 mm Jahresniederschlag sind das 700 Liter pro m² Dachgrundfläche, bevor Verluste abgehen. Nach Abflussbeiwert 0,8 und Filter 90 % bleiben rund 504 Liter pro m².

Wie viel Wasser braucht mein Haushalt?

Für Toilette und Garten rechnen Sie mit etwa 200 Litern am Tag, das sind rund 73.000 Liter im Jahr. Die Waschmaschine kommt dazu, wenn Sie sie anschließen. Schätzen Sie den Verbrauch über das ganze Jahr, nicht nach dem Sommer.

Was ist der Abflussbeiwert?

Er gibt an, welcher Anteil des Regens tatsächlich abläuft. Ziegel- und Betondächer liegen bei etwa 0,8, Kiesdächer bei etwa 0,6 und Gründächer bei etwa 0,3. Der Rest verdunstet oder bleibt auf dem Dach.

Reicht eine kleinere Zisterne aus?

Ja, wenn Sie das Wasser nur für den Garten brauchen und Trockenzeiten überbrücken können. Für Toilette und Waschmaschine ist ein größerer Speicher sinnvoll, weil der Bedarf das ganze Jahr besteht. Ein Überlauf in den Kanal oder eine Versickerung ist ohnehin nötig.

Alle Ergebnisse sind Schätzungen. Mengen und Preise vor dem Kauf mit dem Händler oder Fachbetrieb abgleichen.